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24.10.2022

Energiegemeinschaften: Ökologische Motive dominieren

Energiegemeinschafte haben großes Potenzial.

Copyright: pexels-pixabay

Fabian Ender hat in seiner Bachelorarbeit sowohl die Stakeholder von Erneuerbaren Energiegemeinschaften (EEG) identifiziert als auch deren Erwartungshaltung gegenüber Energiegemeinschaften beleuchtet. Dafür hat er exemplarisch die Stadtgemeinde Wieselburg herangezogen. Die Gemeinde tritt dabei als Pionier auf und setzt sich zum Ziel, ihr Modell auf andere Gemeinden und EEG-Initiatoren zu übertragen. Erfreulich ist aus Gemeindesicht, dass bei Privaten in erster Linie ökologische Beweggründe für eine Beteiligung an einer Energiegemeinschaft sprechen – und nicht monetäre. Und: wie überall bei Projektinitiativen braucht es einen Kümmerer oder eine Kümmerin, als Schnittstelle fungiert, und alle Fäden in der Hand hält sowie die Übersicht bewahrt.

Zu den relevantesten Erkenntnissen der Bachelorarbeit Fabian Enders, Absolvent der FH Wr. Neustadt Campus Wieselburg, zählt, dass die Gemeinde Wieselburg vorrangig aus ökologischen Motiven Interesse an erneuerbaren Energiegemeinschaften zeigt. Aus der Literatur ging hervor, dass Institutionen tendenziell eher aus reputativen oder ökonomischen Gründen Interesse an erneuerbaren Energiegemeinschaften haben. Selbstverständlich spielt auch das Image eine Rolle, bei einer EEG initiativ zu sein. Dieses ist aber nicht der primäre Antrieb.

Zuerst Rahmenbedingungen klären, dann Bevölkerung einbinden

Den geeigneten Zeitpunkt dafür, die Bevölkerung für eine EEG ins Boot zu holen erachtet die Stadtgemeinde Wieselburg dann, wenn alle Rahmenbedingungen abgeklärt, eine erneuerbare Energiegemeinschaft gegründet und betriebsbereit wäre.

Bei den Interviews mit vier Wieselburger Gemeindevertreter*innen wurde deutlich, dass diese der Ansicht sind, dass vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen für EEG sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene noch nicht klar genug definiert seien, weshalb bei der Politik Handlungsbedarf geortet wird.

Die Stakeholder einer Energiegemeinschaft

Als Stakeholder einer erneuerbaren Energiegemeinschaft wurden zahlreiche Akteurinnen und Akteure identifiziert. Dafür hat Fabian Ender sowohl zahlreiche Literatur recherchiert als auch die Erkenntnisse aus den Gruppeninterviews herangezogen.

Als Stakeholder hat er mehrere „große“, aber auch kleinere wie Wohnbauträger oder Gemeinden eruiert. Zu den größeren zählen Aggregator*innen, Energiedienstleister*innen, Energieversorgungsunternehmen, Erzeuger*innen, Initiator*innen und Netzbetreiber. Alle anderen wie Prosumer – ein Kunstwort für Producer und Consumer - Verbraucher*innen, Technologie- und Sotwareentwickler*innen, Neue Marktakteure, Wohnbauträger, Gemeinden, Berater*innen und Anwälte, wissenschaftliche Einrichtungen, Genossenschaften/Genossenschaftsbauten, Gesetzgebung (Bundes- und Landespolitik), Tüftlerinnen und Tüftler, Personen des öffentlichen Interesses sowie Bürgerinnen und Bürger – spielen auch eine Rolle, gehören aber nicht zu den großen EEG-„Playern“.

Ausblick - Die Zukunft von Energiegemeinschaften

Das Forschungsfeld rund um das Thema Energiegemeinschaften ist noch relativ jung, daher hat sich die gegenständliche Arbeit mit sehr grundlegenden Themen beschäftigt. Wenn man versteht, welche Stakeholder laufend nötig sind um Energiegemeinschaften funktionierend in Betrieb zu nehmen und am Laufen zu halten, können Prozesse weiter optimiert werden. Wenn zusätzlich die Anforderungen anderer Stakeholder erkannt und berücksichtigt werden, kann das Wachstum der erneuerbaren Energiegemeinschaften in Österreich massiv gesteigert werden, da man Missverständnissen vorbeugen kann und Ziele klarer ableitbar werden.

Fabian Ender meinnt, dass es wichtig wäre, weitere Stakeholder für EEG zu analysieren. Außerdem geht er in seiner Bachelorarbeit von Annahmen aus, da derzeit noch keine Energiegemeinschaft aktiv betrieben wird und somit Erfahrungswerte fehlen. Um künftig realitätsnähere Aussagen zu treffen, müssen Praxiserfahrung einfließen. Das Design von Produkten rund um das Thema Energiegemeinschaften birgt immense Potenziale und somit auch viel Potential für Forschung und Entwicklung.

Die Rolle der Themenbörse

Fabian Ender hat sein Thema und die Bachelorarbeit für die Themenbörse Abschlussarbeiten angeboten und ist dabei auf großes Interesse der Abteilung Umwelt- und Energiewirtschaft und der Energie Zukunft Niederösterreich gestoßen. Dieses und die Beurteilung seiner Abschlussarbeit mit "Sehr gut" hat ihm ein 500 Euro-Stipendium des Landes NÖ eingebracht.

Wir greifen Enders Empfehlungen auf und sind davon überzeugt, dass Zeit für die nächste Themenstellung zu EEG ist, die wir gerne an der Themenbörse Abschlussarbeiten anbieten. Interessierte Studierende können sich das Thema bereits gedanklich vormerken.

Wer die Details zu den Stakeholdern von Energiegemeinschaften am Beispiele Wieselburg nachlesen möchte, kann das gerne tun. Die Bachelorarbeit steht zum Download bereit.

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