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Die Plattform für
wissenschaftliche Arbeiten / 1

Die Plattform für
wissenschaftliche Arbeiten

07.10.2021

Hohenwarth neu gedacht

Bob Martens/TU Wien

Hohenwarth Februar 2021 - eine niederösterreiche Gemeinde, eine Liegenschaft an einer Straßenkreuzung mitsamt angrenzender Bebauung, rund 450 Einwohner*innen, 220 ha Weinbaufläche. Das Szenario: diese Kreuzung wird in Zukunft aufgrund einer anvisierten Ortsumfahrung verkehrsberuhigt sein. Aufgabe: Architekturstudierende der TU Wien sollen für diese Liegenschaft architektonische Nutzungsideen mit großem, praktischen Nutzen zu Papier bringen. September 2021: vielfältige Lösungsansätze in Bezug auf die Nutzung und unterschiedlicher Dichtegrad für die Bebauung. Präsentiert wurde am 30. September vor Ort.

Die Themenbörse Abschlussarbeiten hat ihr Hauptaugenmerk erneut unter Beweis gestellt: eine Augabenstellung aus der Praxis - konkret einer Liegenschaft mit einem Leerstand in Hohenwarth - neue, sinnvolle und alltagstaugliche, wissenschaftlich basierte Lösungen - sprich Entwurfsideen - zu liefern. Die Ergebnisse können sich erneut sehen lassen.

Vielfalt statt Einfalt
Manch ein Projekt setzt auf das Thema vereinzelter Objekte, welche sich in einem der Allgemeinheit zugeführten Freiraum zu verorten trachten. Manch anderes Projekt wiederum schlägt einen völlig konträren Weg ein und untersucht mit seinem Entwurfsvorschlag die mögliche Dichte bzw. den Grad an erzielbarer/nutzbarer Verbauung. Die Projekte widmen sich auch unterschiedlichen - durchaus selbstgewählten - Zielsetzungen. Vom „Dorfplatz für Alle“ bis zur dominanten Seniorenresidenz finden sich zahlreiche Lösungsansätze, denen jedoch allgemein wiederkehrende Fragestellungen zugrunde liegen.

Eine jener Fragen ist sicherlich der Integration in den Bestand geschuldet. Das Grundstück mit seinem komplexen Grenzverlauf und der herausfordernden Topografie verlangt den Entwerfenden eine gesamtheitliche Strategie ab, die in weiterer Folge die Baukörperzusammenfügung grundlegend definiert. Eine weitere „unausgesprochene“ Frage ist jene der Öffnung. Derzeit, da die Straßenberuhigung noch nicht Platz gegriffen hat, scheint der Ort sich aus verständlichen Gründen eher abzuschotten und gegenüber den ihn durchziehenden Straßenverläufen zu verschließen. Auch wenn die angrenzenden Häuser zahlreich befenstert sind, so gibt sich die Stadtkulisse doch eher abweisend. Auf Basis dieser vorgefundenen Situation und der Hoffnung auf künftige Verkehrsberuhigung durch eine gezielte Umfahrung ist es nachvollziehbar, dass der Wunsch nach einem „offenen“ Ortszentrum laut wird: einem Dorfplatz für alle, an dem Begegnung und Austausch groß geschrieben werden. Das wiederkehrende Bestreben nach einer Verbindung mit dem im Nahbereich angesiedelten Veranstaltungsbereich ist offensichtlich.

Geöffnete Dorfmitte - Verweilort Hohewarth

So verwandelt sich von Entwurf zu Entwurf das derzeit eher verborgen erscheinende Areal in eine geöffnete Dorfmitte mit Geländesprüngen und Kanten, die nicht selten in Richtung der bestehenden Räumlichkeiten des Gemeindezentrums zu greifen versuchen. Die Architektursprache, welche zum Einsatz kommt, schwankt hierbei von höchster Zurückhaltung im Sinne einer Rückbesinnung auf „vergangene Zeiten“ bis hin zu durchaus progressiv anmutenden Baugestalten, die bewusst aus dem vorgefundenen Kontext heraustreten.

Nicht nur die Themenbörse als Wissenschaftstsvermittlungsservice des Landes NÖ wünscht sich, dass Hohenwarth die angestrebte Verkehrsberuhigung zeitnah umzusetzen vermag und der Ort bzw. seine Mitte eine Öffnung erfährt, die Besucher*innen und Anwohner*innen über seinen Nutzungszweck hinaus zum Verweilen einladen.

Einen visuellen und inhaltlichen Ausgzug der Projektideen finden Interessierte unter http://raumsim.tuwien.ac.at/_design_studio/ss21/.

Personengruppe vor Gemeindeamt in Hohenwarth Niederösterreich
Bob Martens/TU Wien
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